19.So. i.Jkr. – 11.08.2019

“Das Herz am rechten Fleck”

“Man sieht nur mit dem Herzen gut.” Dieses Wort aus dem „Kleinen Prinz“ von A.d.S.Exupery kennen wir, und es passt so gut zum großen Marienfeiertag am 15.August.
Maria wird in manchen Kirchen dargestellt mit brennendem Herzen. Mit “Herz” meinen wir das Innerste einer Person. Wenn ein Mensch einen anderen liebt, sagen wir: Er schenkt ihm sein Herz.
Ein brennendes Herz verweist auf eine besonders große Liebe. Für Maria gilt in besonderer Weise: Sie hat auf Gott geschaut und war tief mit dem menschlichen Leben verbunden. Daher können und dürfen wir gerade von ihr sagen:

Sie hat das Herz am rechten Fleck; nämlich dort, wo sich die Waagrechte (der waagrechte Balken) des Kreuzes – die Nächstenliebe – mit der Vertikalen (dem senkrechten Balken) des Kreuzes trifft – der Gottesbeziehung. Diese doppelte Liebe zeichnet sie aus. Daher verweist gerade sie auf ihren Sohn, der uns gezeigt hat, dass beide Richtungen untrennbar zusammengehören.

Konkret kann das heißen:
* Wir freuen uns über Menschen, von denen wir sagen können: “Sie haben das Herz am rechten Fleck.” Und wir lassen uns anstecken von herzlichen Menschen. Denn: Menschen mit einem “Herzen aus Stein” stehen ungerührt neben den Sorgen der Mitmenschen.

* “Man sieht nur mit dem Herzen gut.” – Das heißt: Augen auf, nicht wegschauen, wo es um menschliches Leid und um Not geht.

* Es tut uns wohl, nicht nur nach dem äußeren Anschein beurteilt zu werden. – Ich achte bei meinem Denken und Reden auf die Würde jedes Menschen, und ich vermeide vorschnelles Urteilen. So feiern wir das Herz, das Gott für uns Menschen hat, und in dem wir unser Herz schulen lassen, bilden lassen, wie wir es in einem alten Gebet auch ausdrücken: bilde unser Herz nach deinem Herzen.


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