26.09.2019 – 26.So. i. Jahreskreis

ARM und REICH

Da gibt es auch seitens der verschiedenen Kirchen und Glaubensgemeinschaften ständig Aufrufe und konkrete Hilfen dort, wo z.B. der Staat nicht hilft oder helfen kann oder will.
Wir dürfen aber auch die zweite Ebene nicht übersehen: es ist die Ebene der Beziehung zwischen Menschen.

Da muss ich noch ein Wortspiel zur Sprache bringen: was ist der Unterschied zwischen einem (in Mundart) „Freind“ und einem (in Schriftsprache) „Freund“?

Unter einem „FREIND“ können wir einen Bekannten sehen: eine nicht tief gehende Beziehung ist festzustellen, also eher eine oberflächliche Beziehung, die sich auf Plaudern, auf unverbindliches Reden über Politik und Gesellschaft und Austausch von Nettigkeiten beschränkt: diese Ebene trägt aber im Ernstfall nicht. An Bekannten, an so genannten „Freinden“ mangelt es also nicht.

Für die Pflege echter Freundschaften fehlt es aber an Zeit und möglicherweise auch an Interesse. Mehr und mehr verlernt ein solcher Mensch, sich selbst zur Sprache zu bringen und die Nöte der Mitmenschen im Blick zu behalten.

Außen reicher Prasser, innen armer Lazarus.

Gerade Menschen, die selber hauptsächlich besitzen und genießen wollen, stehen häufig bald einsam und alleine da.

Sich selbst, das eigene EGO in den Mittelpunkt stellen und Gleichgültigkeit schaffen keine Freunde.

Für die meisten Menschen kommt der Tag, an dem Reichtum, Status und Ansehen gleichgültig werden.

Dann braucht der Mensch andere Menschen, also
MIT-MENSCHEN, denen er wichtig ist, die ihn lieben, und er braucht sie ebenso nötig wie der Verdurstende das Wasser. Arm ist dann der, der selber Gleichgültigkeit gesät hat.


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