4.Adventsonntag-19.12.2021

Der Heilige Geist ermutigt uns, aus uns selbst herauszugehen,
aus unseren Abschottungen und unseren Eigenheiten, um uns zu lehren, über den äußeren Schein hinaus zu schauen, und um uns die Möglichkeit zu schenken, von den anderen gut zu sprechen – “sie zu segnen” – besonders von unseren vielen Brüdern und Schwestern, die den Unbilden des Lebens weiter ausgesetzt sind, denen es vielleicht nicht nur an einem Dach und etwas Brot fehlt, sondern an der Freundschaft und der Herzlichkeit einer Gemeinschaft, die sie umarmt, die sie beschützt und die sie aufnimmt. Eine Kultur der Begegnung, die uns Christen antreibt, das Wunder der Mütterlichkeit der Kirche zu erfahren, die ihre Kinder sucht, schützt und vereint. Wenn in der Kirche verschiedene Riten einander begegnen, wenn nicht zuerst die eigene Zugehörigkeit, die eigene Gruppe oder Ethnie kommt, sondern das Volk, das gemeinsam Gott zu loben weiß, dann geschehen große Dinge. Sagen wir es voll Kraft: Selig, wer glaubt (vgl. Joh 20,19) und den Mut hat, Begegnung und Gemeinschaft zu schaffen. 

Maria, die geht und Elisabeth begegnet, erinnert uns daran, wo Gott wohnen und leben wollte, welches sein Heiligtum ist und an welchem Ort wir seinen Herzschlag hören können: inmitten des Volkes Gottes. Dort wohnt er, dort lebt er, dort wartet er auf uns.  

Maria geht, begegnet Elisabeth und freut sich, weil sie etwas gebracht hat, das größer als sie selbst ist: sie war Trägerin eines Segens. Wie sie fürchten auch wir uns nicht, Träger des Segens zu sein. Seid die Förderer einer Kultur der Begegnung, die die Gleichgültigkeit und die Spaltung Lügen straft und die es diesem Land möglich macht, voll Kraft die Huld des Herrn zu besingen.

 

Papst Franziskus