Christkönigsonntag, 24.11.2019

Jesus, der Freund am Kreuz

Da passiert dann etwas Eigenartiges:
als er schon den Tod vor Augen hat, bittet ihn nochmals einer, der auch den Tod vor Augen hat: bitte, denk an mich, wenn du drüben ankommst.
 Der Angesprochene bringt es noch fertig zu sagen:
Du wirst heute noch mit mir heimgehen, zu mir heim.
Dann spricht er noch mit letzter Kraft: vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.

Wer solches sagt, in solch einer Situation, muss sich getragen wissen – wie von einem Freund, einer Freundin. Und so hat er selbst erfahren, worauf es bei der Freundschaft letztlich ankommt:
nicht, dass ich befriedigt werde, sondern dass der andere zu sich, zu seinem Frieden findet;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe; nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

„Heute noch wirst auch du in einem neuen Anfang leben können. Schlimmer kann es nicht mehr werden – und ich bin immer noch bei dir: auch wenn du mich mit den leiblichen Ohren nicht hörst, mit den leiblichen Augen nicht siehst: ich bin bei dir und leide mit dir – wie damals mit dem Schächer am Kreuz: du sollst wissen: meine Freundschaft ziehe ich nie, nie zurück.
Ich bin immer mit dir – ob du es wahrnehmen willst und kannst oder auch nicht.“ Amen.


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