Fest d.Hl.Familie 29.12.2019

Hl. Josef ist ein Meister des Hinhörens: einer, der gerecht war, so wird er
geschildert: also einer, der es richtig machte: er nahm Maria an, er nimmt das Schicksal an – und das nicht missmutig, sondern mit Vertrauen, dass alles gut werden wird.

Auch bei Maria spielt sich dasselbe ab:

sie hört den Ruf Gottes – durch den Boten Gabriel: sie horcht – das heißt, sie erwägt es in ihrem Herzen, sie betete ganz innig und mit Vertrauen: Gott, dein Wille geschehe.

Ob nicht genau das auch Jesus von seinen Eltern lernen konnte:
zu sagen und danach zu leben: „Dein Wille geschehe.“


Das Wort „der Wille Gottes“ zeigt sich – so der biblische Befund – im richtig übersetzten hebräischen Wort, das dann auf gut Deutsch
„Freude Gottes am Gelingen des Lebens“ heißt.

Dieses Gelingen des Lebens ist nicht immer nur Harmonie, ist nicht leichte Kost. Vielmehr handelt es sich um die ganze Bandbreite des Lebens: Höhen und Tiefen, Gelingen und Scheitern. Und dabei spielt immer die Hauptrolle, dass alles, was geschieht, aus Liebe geschehen soll.

Der Dreischritt – hören, horchen, gehorchen = handeln – ist eine Haltung, die von allen Menschen gelebt werden kann – in einer Ehe oder in einer Partnerschaft.

Die Hl. Familie ist nicht als Moralkodex zu sehen; vielmehr geht es darum, den Mensch gewordenen Gott als einen zu zeigen, der das Schicksal, das Leid der Menschen, und auch ihre Freude geteilt hat. Und das gilt es, in allen Bereichen des Lebens zu bedenken: in guten wie in schlimmen Zeiten:

Er ist ein Gott mit uns; wir werden – Gott sei Dank – ihn nicht los, auch jene nicht, die sich als gottlos bezeichnen.


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