24.Sonntag i.Jkr. – 15.09.2019

Lukas will sagen: Gott ist einer, der sagt:
An dir ist mir gelegen. Du bist mir alle Kraft und Energie wert.

Aber warum das Gleichnis?
Gott ist einer, der sucht, was verloren ist.

Die beiden Gleichnisse und das noch bekanntere Gleichnis vom barmherzigen Vater und den beiden Söhnen aus demselben Kapitel sind damals eine Lehre gewesen und sind es bis heute. Die Lehre galt besonders Menschen, die eifersüchtig waren. Die Lehre galt Menschen, die anderen die Aufmerksamkeit nicht gönnten. Sie selber glaubten ja, Heil erfahren zu haben. Für sie selber stand fest: Ich werde am Ende meines Lebens gerettet werden. Mehr braucht es doch nicht.

Jesus nahm zunächst auch diese Menschen ernst. Viele Streitgespräche mit den Pharisäern und Schriftgelehrten sind berichtet. Diese Menschen wurden nicht einfach auf die Seite geschoben. Jesus nahm ihre Beobachtungen und Fragen ernst. Er lehnte sie auch nicht ab, als sie nicht verstanden. In seinen Antworten hat er versucht, ihre Denkweise aufzugreifen, aber auch zu verändern. Genauso geschah es mit den Zöllnern und Sündern und denen, die sich ausgegrenzt fühlten. Er blieb auf ihrer Ebene – auf Augenhöhe, und er stellte gegen das Ausgrenzen und Auf-die-Seite-Schieben das öffentliche Akzeptieren. Jesus traf sich auch mit diesen Menschen. Und auch da begann dann in so manchen Menschen eine Veränderung.
Wer bei Jesus Orientierung und Antwort suchte, konnte sie finden.
Es war nicht immer eine bequeme Antwort, aber es war eine Antwort, die weiterhalf. Wenn Gott auf der Suche nach dem Menschen ist, muss er manchmal lange auf die Antwort warten. Aber wenn die Antwort kommt, ist sie manchmal durchlittene und durchprüfte Lebensantwort.
Das Suchen und Mitgehen wird deshalb besonders auch heutzutage ein Markenzeichen von Menschen sein, die sich Christen nennen.


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